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Werfel, Franz
(* 10.9.1890 Prag, † 26.8.1945 Beverly Hills/ Kalif.)

Deutscher Dichter, stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie und genoss eine gründliche humanistische Bildung. Nachdem seine ersten Gedichte erschienen waren, wurde er Verlagslektor und zusammen mit K. Pinthus und W. Hasenclever Gründer der Sammlung „Der jüngste Tag“ in Leipzig. 1929 heiratete er Alma Mahler, die Witwe des Komponisten Gustav Mahler. Vor der Emigration nach Frankreich 1938 wandte er sich dem Sozialismus zu, danach propagierte er zunehmend eine sozial engagierte christliche Lebenshaltung. Beim Einmarsch der deutschen Truppen nach Frankreich floh der Dichter zunächst nach Spanien und später nach Amerika. Sein literarisches Werk begann er mit expressionistischer Lyrik wie Der Weltfreund (1912), Wir sind (1913) und Der Gerichtstag (1919), die von Hofmannsthal und Whitman beeinflusst wurde. Nächstenliebe und Freundschaft waren die Themen seiner symbolhaften Dramen, z. B. Spiegelmensch (1921). Sich vom Expressionismus abwendend, bevorzugte er später, auch in den Erzählungen, einen historisch-politischen Realismus, der jedoch immer in Zusammenhang mit religiöser Metaphysik und teilweise utopischer Allegorie steht. Temperament, Phantasie und Effekt kennzeichnen die Romane, zu denen neben vielen anderen Barbara oder die Frömmigkeit (1929), Der Abituriententag (1928), Die vierzig Tage des Musa Dagh (1933) und Der veruntreute Himmel (1939) gehören. Als Dank für die gelungene Flucht vor den Faschisten schrieb er 1941 den Roman Das Lied von Bernadette, in dem er das Wunder von Lourdes eindringlich gestaltete und jüdischen mit christlichem Geist zu versöhnen suchte. Dem Pazifismus bleiben auch der Roman Stern der Ungeborenen und die Komödie Jakobowski und der Oberst (1944) verbunden. In diesem Theaterstück zeigt er, wie Menschenliebe und Gewaltlosigkeit über Brutalität und Dummheit des NS-Regimes und des Militarismus siegen. Sein Gesamtwerk erschien 1948 bis 1967 in 14 Bänden.


Vertonte Gedichte:

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