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Hebbel, Christian Friedrich
(* 18.3. 1813 Wesselburen, †13.12. 1863 Wien)

Dt. Dichter, Sohn eines armen Maurers erlebte einige harte Jahre als Schreiber bei einem Kirchenspielvogt, versuchte autodidakt. die entgangene Bildung nachzuholen. Seine Geliebte Elise Lensing sorgte für den Lebensunterhalt. Große Fußwanderungen führten ihn nach Heidelberg, München und zurück nach Hamburg. Seine Tagebücher halten diese Erlebnisse fest. Im Dez. 1845 kam H. nach Wien, wo er durch die Ehe mit der Schauspielerin Christine Enghaus, die vielen seiner Dramen zum Erfolg verhalf, Melancholie und materielle Not aus seinem Leben verdrängte. Seine Dramen zeigen das Individuum in der Auseinandersetzung zwischen eigenem Willen und allg. Weltordnung. Die Kämpfe gegen das Schicksal, bei denen der einzelne unterliegen muss (sog. Pantragismus), kennen weder moral. Schuld noch Erlösung. In seiner Weltanschauung findet man starke Einflüsse der Philosophie, bes. Hegels und Schopenhauers. In den histor. Dramen Judith (1840) und Genoveva (1843), die ihm auch die ersten Erfolge brachten, wird der Kampf der Geschlechter gestaltet; in die erstickende Atmosphäre des Kleinbürgertums dringt H. mit dem bürgerl. Drama Maria Magdalena (1844). Er kehrt mit den Tragödien Herodes und Marianne (1848) Agnes Bernauer (1848) und Gyges und sein Ring (1856) zu histor. bzw. frühgeschichtl. Stoffen zurück. In heroisch-düstere Zeiten führt die Dramatisierung der Nibelungensage in einer Trilogie (1861). H. gilt bis heute als bedeutendster Dramatiker des Poet. Realismus. Seine Gedichte und ep. Dichtungen haben nur vereinzelt hohe lit. Qualität. Mit den theoret. Schriften begründete H. eine lit. Form der Selbstinterpretation, die große Nachwirkung fand (etwa bei Shaw, Brecht u.a.); von bes. Beispielhaftigkeit ist der Aufsatz Mein Wort über das Drama (1843). Zahlreiche Gesamtausgaben seiner Werke liegen vor.


Vertonte Gedichte:

Requiem


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